amiron Treuhand GmbH
Steuerberatungsgesellschaft

Artikel der Ausgabe Frühling 2016

  •  

    Steuerfreiheit von Trinkgeldern ...

    BFH untermauert Steuerfreiheit

    Lesen Sie mehr ...
  •  

    Neuerrichtung eines Hotelgebäudes

    Investitionszulage für Fünf-Sterne-Hotel

    Lesen Sie mehr ...
  •  

    Fernseher im Hotelzimmer

    Keine GEMA-Abgabe bei Zimmerantennen

    Lesen Sie mehr ...
  •  

    Getränkekalkulation nach ...

    Wie Finanzgerichte Betriebsprüfer in die Schranken weisen

    Lesen Sie mehr ...
  •  

    Umsatzsteuer auf Saunaleistung

    Regelsteuersatz für Saunaleistungen

    Lesen Sie mehr ...
  •  

    Ladenraum als Gaststätte

    Eine Immobilieneigentümerin hatte in einem Wohn- und Geschäftshaus eine Ladeneinheit erworben.

    Lesen Sie mehr ...
  •  

    Pauschbeträge für Sachentnahmen ...

    Die Pauschbeträge sind Jahreswerte ohne Umsatzsteuer und gelten jeweils für eine Person.

    Lesen Sie mehr ...
  •  

    Umsatzsteuer beim Stundenhotel

    Vermietungen und Verpachtungen von Grundstücken sind grundsätzlich umsatzsteuerfrei.

    Lesen Sie mehr ...

Getränkekalkulation nach 30/70-Methode

Gebratener Fisch

Wie Finanzgerichte Betriebsprüfer in die Schranken weisen

30/70-Methode

Die sogenannte 30/70-Methode ist eine Schätzmethode der Betriebsprüfung für Speiserestaurants, die Speisen und Getränke anbieten. Der Methode steht die Überlegung zugrunde, dass das Verhältnis zwischen verzehrten Speisen und Getränken nur geringen Schwankungen unterliege. Denn die Gäste nehmen zu jeder Speise eine bestimmte Menge an Getränken dazu. Die Schätzmethode unterstellt entsprechende Verhältniszahlen von 30 % für Getränkeumsätze zu 70 % für Speisenumsätze. Betriebsprüfer wenden diese Methode an, wenn bei der Kassenführung oder Buchführung Mängel festgestellt worden sind. Die Methode kann aber auch bei der vereinfachten Gewinnermittlungsart nach der sogenannten Einnahmenüberschussrechnung (§ 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes) angewendet werden (Finanzgericht Nürnberg, Urteil vom 8.5.2012, 2 K 1122/2009).

Rechtsprechung

Die Finanzgerichte erachten die 30/70-Methode zwar überwiegend für zulässig. Die Anwendung ist aber dennoch umstritten und nicht in allen Fällen geeignet. Das Finanzgericht Düsseldorf hat die Schätzmethode in jenem Fall verworfen, in dem die Prüfer den Umsatz eines Produktes mit niedrigem Aufschlag (Speisen) im Verhältnis zu einem Produkt mit hohem Aufschlag (Getränke) schätzen wollten (Urteil vom 26.3.2012, 6 K 2749/11 K.G.U.F).

Speiserestaurant mit Außerhausverkauf

Das Finanzgericht Münster hatte in einem aktuellen Fall entschieden, dass sich die 30/70-Methode nicht für ein Restaurant mit Außerhausverkauf eignet. Die Begründung dazu lieferte das Gericht mit folgendem Leitsatz: „Aus dem Getränkeumsatz im Restaurant können keine unmittelbaren Schlussfolgerungen auf die Außerhausverkäufe von Speisen gezogen werden“ (Urteil vom 4.12.2015, 4 K 2616/14 E,G,U). In dem Fall nahm der Betriebsprüfer zur Ermittlung der Gewinn- und Umsatzhinzuschätzungen eine Getränkekalkulation vor und schloss auf Basis des gebuchten Anteils der Getränkeumsätze auf einen fiktiven Gesamtumsatz. Die Finanzrichter folgten dem nur teilweise.

Fazit

Wie jede Umsatz- oder Gewinnschätzung birgt auch die 30/70-Methode Unsicherheiten. Das Kalkulationsergebnis kann und sollte von jedem betroffenen Restaurantbetreiber kritisch betrachtet und ggf. angefochten werden. Denn Betriebsprüfer neigen gern zu Übertreibungen und unterstellen oftmals wirtschaftlich nicht erzielbare Umsätze.

Stand: 29. März 2016

Bild: kropic - Fotolia.com

amiron Treuhand GmbH Steuerberatungsgesellschaft work Pettenkoferstraße 1c 87439 Kempten Deutschland work +49 831 52239-0 fax +49 831 52239-20 www.amiron-treuhand.de 47.730794 10.304189
Atikon work Kornstraße 15 4060 Leonding Österreich work +43 732 611266 0 fax +43 732 611266 20 www.atikon.com 48.260229 14.257369